Pinsa und Pizza – italienische Leckerbissen mit Tradition

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Pizza und Pinsa zählen zu den kulinarischen Highlights der italienischen Küche.

Zum Verwechseln ähnlich, aber doch unterschiedlich: Pizza und Pinsa. Beide sind wahre Gaumenfreuden und entstammen der Küche Italiens.

Sie gehört zur Leibspeise zahlreicher Menschen weltweit und ist Ausdruck von Genuss und schmackhaftem Dolce Vita – die Pizza! Zahllose Pizzerien in Groß- und Kleinstädten belegen die große Beliebtheit des knusprigen, belegten Fladens. Zweifellos kennt Pizza so gut wie jeder. Anders ist das mit der Pinsa. Sie ist ebenso eine Erfindung der Italiener und ein belegter Teigfladen. Aber an den Bekanntheitsgrad der Pizza kommt die Pinsa trotzdem noch nicht heran. Während sie sich zwar in Italien großer Beliebtheit erfreut, ist sie in Deutschland nur auf wenigen Speisekarten zu finden. Und wenn doch, wird die Pinsa häufig für eine Form der Pizza gehalten oder gar mit ihr verwechselt. Pizza und Pinsa scheinen sich auf den ersten Blick auch zum Verwechseln ähnlich zu sein, es gibt aber große Unterschiede zwischen den beiden.

Pizza erfreut sich seit Jahren großer Beliebtheit.

 

Die Pizza – Ein königliches Gericht

Der Ruf der Pizza ist widersprüchlich. Während sie einerseits die italienische Küche und Genuss verkörpert, ist sie andererseits fester Bestandteil der Fast-Food-Industrie geworden. Pizza kann sich heute jeder mit einem normalen Haushaltsbackofen selbst zaubern und die eigene Zubereitung ist aufgrund von Tiefkühlwaren unnötig geworden. Für eine wahre Steinofenpizza zieht es die Genießer trotzdem in die traditionell italienischen Pizzerien. Doch woraus besteht das beliebte Gericht eigentlich? Ganz simpel: Aus Hefeteig, Tomatensauce, Mozzarella und Basilikum. Was dann noch auf den Teig kommt, ist Geschmackssache. Der Hefeteig selbst besteht aus Wasser, Weizenmehl, ein wenig Hefe und Salz. Bevor er traditionell mit den Händen ausgerollt wird, muss der Teig noch eine Stunde gehen.

Das Originalrezept stammt in dieser Form vermutlich aus der italienischen Stadt Neapel und wurde im Auftrag des damaligen Königs Umberto I. und der Königin Margherita kreiert. Die frühesten Nachweise lassen sich auf die Mitte des 18. Jahrhunderts datieren, vermutlich existierte die Pizza aber schon vorher. Die Wahl der ursprünglichen Zutaten soll auf die Flagge Italiens – also die Nationalfarben Rot, Grün und Weiß – abgestimmt sein. Weltweit bekannt wurde sie Ende des 19. und Mitte des 20. Jahrhunderts. Durch italienische Einwanderer verbreitete sie sich Ende des 19. Jahrhunderts recht schnell in den USA. In Deutschland wurde die erste Pizza im Rahmen einer Messe im Jahr 1937 in Frankfurt vorgestellt. Die erste Pizzeria folgte 1952 in Würzburg.

Sowohl Pizza als auch Pinsa können unterschiedlich belegt werden.

 

Ein entfernter Verwandter der Pizza? – Die Pinsa Romana

Die Pinsa – oder Pinsa Romana – wurde bereits im antiken Rom zubereitet. Die Ähnlichkeit zur klassischen Pizza ist verblüffend und doch handelt es sich um ein eigenständiges Gericht. Für die Herstellung einer Pinsa braucht man Weizen- und Reismehl, Sauerteig und Soja. Äh Moment mal… Kannten die alten Römer etwa schon Soja und Reismehl? Wer nun genauer hinschaut, dem wird schnell klar, dass da etwas nicht stimmen kann! Und so ist es auch. Bei der Entstehungsgeschichte der Pinsa handelt es sich um einen gut gesponnen Marketing-Mythos. Erfunden wurde die Geschichte von den Di Marcos. Vater Corrado Di Marco und Sohn Alberto Di Marco betreiben in vierter Generation ein Backunternehmen in der Nähe von Rom. Im Jahr 2001 haben die erfinderischen Pizzabäcker die neue Variante der Pizza erfunden und sich den Markennamen registrieren lassen. Ihre storiella, ital. für kleine Geschichte, haben sich die beiden ausgedacht, um ihr Produkt besser verkaufen zu können. Denn Italien und Pizza gehört nun mal zusammen. Komisch beäugt werden da Menschen, die am National-Heiligtum „herumpfuschen“ wollen. Dann doch lieber eine Legende erfinden, die die Herkunft und den Ursprung geschichtlich untermauert und legitimiert.

Innovativ sind nicht nur die Di Marcos und ihre storiella, sondern vor allem ihr Produkt! Im Gegensatz zu vielen Pizzen ist die Kruste der Pinsa durchweg knusprig und nicht in der Mitte matschig. Zudem ist sie viel verträglicher als ihr bekanntes großes Vorbild. Durch eine längere Fermentationszeit von bis zu 72 Stunden muss sich der Magen nicht mit Gärungsprozessen abmühen. Soja sorgt zusätzlich für die Festigkeit des Teiges und der Sauerteig verleiht ihm eine lockere Struktur.

 

Trotz aller Unterschiede große Gemeinsamkeiten

Pizza und Pinsa – so ähnlich und doch so viele Unterschiede. Die Pinsa wird in deutschen Lokalen bislang noch seltener als die klassische Pizza angeboten. Vereinzelt sind Restaurants, die die Pinsa anbieten, aber auch hierzulande auffindbar. Meist gibt es sie in den Großstädten, wo die international kulinarische Bandbreite ohnehin etwas weiter gefächert ist als auf dem Land. Vergleichbar mit der Pizzeria wird die spezielle Pinsa-Bäckerei auch als Pinseria bezeichnet. Neben all der Unterschiede haben Pizza und Pinsa jedoch eine große Gemeinsamkeit, die sie weltweit und ganz besonders in Italien zu beliebten Gerichten macht: Beide sind ein kulinarischer Genuss und eine wahre Gaumenfreude.

Pinsa unterscheidet sich von der Pizza nicht nur in der Zubereitung.

 

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